umwege und unorte/Forschungsreihe

umwege & unorte. flanerie-forschungsreihe fand für jeweils sechs Wochen im Herbst 2012 und im Frühling 2013 in Stuttgart statt. Von dem Titel des Projekts ausgehend, forschten Künstler und Wissenschaftler mit den daraus von uns abgeleiteten Themen: Urbane Brache / Geräusche, Gerüche & Stadt / Stadtränder / Sprache, Schrift & Stadt.

Unsere Arbeitsweise lag der Frage zugrunde, inwiefern das Flanieren als Arbeitsmethode verwendet wird bzw. verwendet werden kann: Von Streifzügen durch die Stadt beeinflusst, kreierten sie ihre Konzepte und Projekte – bis zum Ende war der Arbeitsprozess unabgeschlossen und offen für neue Impulse.

In der abschließenden urban view, einer öffentlichen Werkschau, zeigten wir Arbeitsprozesse aus der flanerie-forschungsreihe: Skizzen, Sammlungen aus Gedanken, Gesprächen und weniger Produkte als Ergebnis eines Arbeitsprozesses.

 

umwege & unorte (=detours & non-places)

umwege & unorte (= detours & non-places) was a series of research projects exploring detours & non-places that we realized in two phases between autumn 2012 and spring 2013.

Various artists and scientists came together in a temporary and mobile research laboratory. Our topic was the working process and potentials of flaneuring to find out other meanings of work: While they walked and talked through the city, they found and created their concepts and projects. Till the end, the working process was open to new impulses and to the possibility of change.

All documented materials were presented at the end of each phase – these were majorly sketches, collections of thoughts, discussions instead of finished products.

 

FACING THE PROMISES OF A BETTER FUTURE
Sylvia Winkler & Stephan Köperl
Das Künstlerduo Sylvia Winkler & Stephan Köperl hat sich das einzige Stück “Bahnhofserwartungsland” vorgenommen, das nicht von einem Zaun umgeben ist. Von einer selbst gebauten Bank aus ließen sie einen Tag lang die Versprechungen einer besseren Zukunft auf sich wirken, wie sie auf den Werbeplakaten der Bahn AG zu sehen sind. Impulse für ihre Idee erhielten sie durch Gespräche mit dem Landschafts- und Freiraumplaner Moritz Bellers und dem Stadtplaner Frank Gwildis.

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*REANIMATION – LEBENSZEICHEN*
Kurt Laurenz Theinert
*Reanimation – Lebenszeichen* zeigt mehrere Menschen im Einkaufszentrum Tübinger Carré, die von dem Fotograf und Lichtperformer Kurt Laurenz Theinert eingeladen wurden für einen kurzen Moment vorbeizukommen. Kurt Laurenz Theinert filmte die Aktion und produzierte daraus ein Video nach einem bestimmten Verfahren, mit dem er schon seit einigen Jahren Bewegungen und Veränderungen im Stadtraum untersucht: Er legt über das eigentliche Foto oder Video ein Negativ. Das hat zur Folge, dass alle Bildteile, die sich nicht verändert haben, einheitlich grau erscheinen. Nur das, was sich bewegt hat, erscheint wie ausgestanzt und doppelt. Im Gegensatz zu anderen fotografischen Darstellungen von Bewegung – wie die Bewegungsunschärfe oder die Sequenz – werden hier ausschließlich die Veränderungen sichtbar.

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SCHLAF BRACHE, SCHLAF – SCHNARCHENDE SCHÖNHEIT
Susanne Kudielka & Kaspar Wimberley
Susanne Kudielka & Kaspar Wimberley/Treacle Theatre & Arttours diskutierten mit dem Landschafts- und Freiraumplaner Moritz Bellers und dem Stadtplaner Frank Gwildis über Brachen in der Stadt. Ihre Wahl fiel auf eine brachliegende Fläche in der Lerchenstraße/S-West. Ihr sangen sie gemeinsam mit einem Chor ein Schlaflied, um auf die Bedeutung einer brachliegenden Fläche als Ort der Erholung zu verweisen. Am darauffolgenden Tag ließen sie dann die Brache laut schnarchen.

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ALLES AUSSER WASSER
Der Stuttgarter Fotograf Harald Völkl und der Berliner Künstler Michael Roggon waren fernab von Stuttgarts Zentrum, an den Endhaltestellen der U-Bahn Linien unterwegs. An den beiden Endhaltestellen der U2 stellten sie ihre Fotos und Gedanken zur Stuttgarter Peripherie aus.

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KEEP STROLLING
KEEP STROLLING ist ein Heft mit Skizzen und Fotos, das die gemeinsamen Streifzüge des Stuttgarter Kommunikationsdesigner Daniel Unger und Vanja Vikalo, einem Illustrator und Mitglied der Goethe-Guerillas/Goethe-Institut Belgrad, beinhaltet. Ihr Augenmerk lag auf dem Text von Stuttgart: Werbetafeln, Verkehrsschilder, Graffitis etc. Im Heft gibt es auch ein  GAME OF STROLL, das sogleich ausprobiert werden konnte!

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SPUREN-SUCHE
Audio-Walk, siehe mehr Informationen hier.

FORSCHUNGSGRUPPE
Die Forschungsgruppe reflektierte und diskutierte die Arbeitsprozesse und bereicherte diese durch eigene Impulse.

In der Forschungsgruppe waren: Claus Baumann/Philosophiedozent an der Universität und an der Dualen Hochschule in Stuttgart, Clemens Bellut/Philosoph und Inhaber des philosophischen Buchladens artes liberales in Heidelberg, Anja Dauschek/Soziologin, Leiterin des Planungsstabs Stadtmuseum Stuttgart, Karsten Michael Drohsel/Stadt- und Regionalplaner, Co-Gründer der Mobilen Universität Berlin, Mitglied bei Urbanophil, Hanna Mertens/wildproject in Marseille, Tina Saum/flanerie.

WIR DANKEN FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG
Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Baden-Württemberg Stiftung, Bürgerstiftung Stuttgart, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Serbisches Akademikernetzwerk – Nikola Tesla, Stadtmuseum Stuttgart, Goethe-Guerillas/Goethe-Institut in Belgrad, DRAMA KÖLN, wir sind Babel, Urbanophil